Beim Tätowieren wird mit einer Tattoo-Maschine Tinte dauerhaft in die Haut eingebracht.
Die Nadel der Maschine sticht dabei wiederholt sehr schnell in die Haut – typischerweise 50 bis 3.000 Mal pro Minute.
Dabei passiert Folgendes:
1. Eindringen in die Haut:
Die Nadel dringt durch die oberste Hautschicht (Epidermis) bis in die zweite Schicht, die Dermis. Die Dermis ist stabiler und erneuert sich nicht so schnell wie die Epidermis – deshalb bleibt das Tattoo dauerhaft sichtbar.
2. Einbringen der Farbe:
Bei jedem Einstich wird eine kleine Menge Farbpigmente in die Dermis injiziert.
Die Farbe wird dort von körpereigenen Fresszellen (Makrophagen) aufgenommen, bleibt jedoch größtenteils an Ort und Stelle eingeschlossen – das ergibt das dauerhafte Bild.
Die Haut besteht aus drei Hauptschichten:
- Epidermis – die oberste Hautschicht, sichtbar und schützend (erneuert sich ständig).
- Dermis – die darunterliegende Lederhaut, stabil, durchblutet, mit Nerven, Haarwurzeln und Bindegewebe.
- Subkutis – das Unterhautfettgewebe.
Was passiert beim Eindringen?
• Die Tätowiernadel bewegt sich extrem schnell (mehrere Hundert bis Tausend Stiche pro Minute).
• Sie durchstößt die Epidermis, ohne dass dort Farbe dauerhaft bleibt – denn diese Schicht schuppt sich ständig ab.
• Die Nadel dringt etwa 1 bis 2 Millimeter tief in die Haut – genau in die Dermis.
• In dieser Schicht wird die Farbe “abgelegt”.
Warum gerade die Dermis?
• Die Dermis ist relativ stabil, erneuert sich nicht ständig und ist gut durchblutet.
• Wird die Farbe hier eingebracht, bleibt sie dauerhaft sichtbar, weil sie nicht mit den Hautschuppen abgestoßen wird.
• Gleichzeitig ist sie tief genug, um dauerhaft zu bleiben, aber nicht so tief, dass sie ins Fettgewebe gelangt (dort kann es zu “Blowouts”, also Farbverläufen, kommen).
Bildlich gesprochen:
Stell dir vor, deine Haut ist wie ein mehrstöckiger Kuchen:
Die oberste Glasur (Epidermis) kratzt man leicht ab – sie erneuert sich.
Die zweite Schicht (Dermis) ist der stabile Teig – hier wird die Farbe reingespritzt und bleibt dort “eingebacken”.
3. Wundheilung:
Der Körper erkennt das Tätowieren als Verletzung. Die Haut reagiert mit Entzündungen, und es entsteht eine Wundheilung. Während dieser Zeit bildet sich eine Kruste, und die Farbe “setzt” sich in der Haut. Ein Teil der Farbe wird dabei auch wieder abgestoßen – daher kann ein frisches Tattoo etwas verblassen.
4. Langfristiger Verbleib:
Über die Jahre kann ein Tattoo durch Sonnenlicht, Hautalterung oder den Stoffwechsel etwas verblassen oder verlaufen, weil Pigmente abgebaut oder verschoben werden.
Weitere hilfreiche Infos findest du unter Anderem auch auf der Internetseite: https://feelfarbig.com/







